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Fehlerhafte Widerrufsbelehrung bei Baufinanzierungen / Kreditverträgen – kann ich davon profitieren? Was kostet die Erstberatung beim Rechtsanwalt?

Vielleicht haben Sie es schon anderswo in Veröffentlichungen gelesen oder gehört:

Eine Vielzahl von Widerrufsbelehrungen bei Verbraucherkreditverträgen ist falsch! Viele Verbraucher können ihre Vertragserklärungen widerrufen und damit Tausende von Euros sparen!
Profitieren Sie bei laufenden Finanzierungen von dem aktuell niedrigen Zinsniveau oder holen Sie sich gezahlte Vorfälligkeitsentschädigung zurück !

Kurzfassung:
• Verbraucher, die nach November 2002 eine Baufinanzierung abgeschlossen haben, können sich oft von dem abgeschlossenen Darlehen lösen und so von den aktuell viel günstigeren Kreditzinsen profitieren.
• Verbraucher, die eine Vorfälligkeitsentschädigung bezahlt haben, können diese ggf. zurückfordern
• Wer seinen Kreditvertrag widerrufen möchte, braucht in der Regel eine Anschlussfinanzierung und sehr wahrscheinlich einen Anwalt

Was kostet eine Erstberatung zum Thema?

Das gemeinnützige online-Verbrauchermagazin Finanztip teilt mit, dass Verbraucher wahrscheinlich einen Anwalt brauchen, um gegenüber der Bank einen Widerruf durchzusetzen.

Wir möchten Sie von Anfang an begleiten und nicht erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist.
Daher bieten wir folgendes Angebot (Unser Zeichen Mai-15):

Wenn Sie uns Ihren Kreditvertrag samt Widerrufsbelehrung vollständig einreichen, bieten wir Ihnen eine erste Einschätzung für 25 € + 19% Umsatzsteuer = 29,75 €.

Wenn Sie dieses Angebot zu einer ersten Prüfung Ihres Anliegens annehmen möchten, senden Sie uns die Unterlagen am einfachsten
per Mail an Angebot-Mai15@R-Anwaelte.de
oder
per Fax an 0341-442177-20 mit dem Stichwort „Angebot Mai15“


Dieses Angebot ist leider abgelaufen

Fehlerhafte Widerrufsbelehrung – Worum geht es?
Wenn Sie als Privatperson ein Darlehen mit einer Bank (etwa eine Baufinanzierung) abschließen, spricht man von einem Verbraucherdarlehensvertrag. Für das Verbraucherdarlehen steht dem Verbraucher (also Ihnen als Kunde der Bank) ein Widerrufsrecht zu. Sie können Ihre Erklärung in der Regel binnen 14 Tagen widerrufen, sodass der Kreditvertrag nicht gilt.
Für die Widerrufsbelehrung hat der Gesetzgeber Vorgaben gemacht. So muss die Widerrufsbelehrung u.a. vom übrigen Text abgesetzt, inhaltlich eindeutig und umfassend sein. Vor allem hat der Gesetzgeber auch Musterwiderrufsbelehrungen zur Verfügung gestellt und diese im Laufe der Zeit mehrfach geändert.

Durch eine Vielzahl von Gerichtsentscheidungen wurde inzwischen festgestellt, dass viele Banken falsche Widerrufsbelehrungen verwendet haben mit der Folge, dass die Widerrufsbelehrung unwirksam sein kann.

Widerrufsbelehrung ist fehlerhaft – welche Folgen hat das?
Wenn Ihre Bank eine falsche Widerrufsbelehrung verwendet hat, ist deshalb nicht der ganze Vertrag direkt unwirksam.
Folge einer unwirksamen Widerrufsbelehrung ist vielmehr, dass die Widerrufsfrist von 14 Tagen nicht zu laufen begonnen hat. Sie könnten daher Ihre Erklärung auch Jahre nach dem Vertragsschluss noch widerrufen!

Ein Widerruf kann selbst dann möglich sein, wenn der Kredit vorzeitig abgelöst wurde!

Was passiert, wenn ich meine Erklärung widerrufe?
Wenn Sie Ihre Vertragserklärung (wirksam) widerrufen, gilt der Vertrag praktisch als nicht abgeschlossen. Die Leistungen müssen rückabgewickelt werden.
Das bedeutet:
Sie müssen das Darlehen, das Ihnen gewährt wurde, binnen 30 Tagen zurückzahlen. Bankkunden die widerrufen möchten, brauchen also regelmäßig eine Anschlussfinanzierung!
Die Bank muss Ihnen Ihre Zahlungen auf Zinsen und Tilgungen etc. erstatten. Die Bank darf Ihnen aber Zinsen für das überlassene Geld von der Rückzahlung in Abzug bringen. Üblicherweise ziehen die Banken den vereinbarten Zins ab. Wenn aber der marktübliche Zins bei Vertragsschluss niedriger war, können Sie verlangen, dass nur dieser in Abzug gebracht wird.

Was bringt ein Widerruf, wenn ich ohnehin zurückzahlen muss?
Ein Widerruf kann Ihnen Tausende von Euros sparen, wenn Sie von dem aktuell niedrigen Zinsniveau profitieren können.

Wenn Sie zum Beispiel vor 5 Jahren am 01.06.2010 einen Kredit über 150.000 € (250.000 €) zu einem Zinssatz von 4,7% mit einer 10 jährigen Zinsbindung abgeschlossen haben auf den Sie monatlich 1.000 € (1.250 €) zahlen, hätten Sie heute eine Restschuld von ca. 122.000 € (231.000 €) und am 01.06.2020 noch eine Restschuld von ca. 87.000 € (208.000 €).
Können Sie jetzt aussteigen und die aktuelle Schuld von 122.000 € (231.000 €) zu 2,2% weiterfinanzieren, würde die Schuld am 01.06.2020 rund 73.000 € (178.500 €) betragen.
Eine Ersparnis von ca. 14.000 € (29.500 €)!

Was bringt ein Widerruf, wenn der Kredit schon abgelöst wurde?
Wenn Sie aus Ihrer Finanzierung vorzeitig ausgestiegen sind und eine Vorfälligkeitsentschädigung gezahlt haben, haben Sie bei einem wirksamen Widerruf Anspruch auf Erstattung!
(Hier sind allerdings neben den allgemeinen Voraussetzungen für den Widerruf Besonderheiten zu beachten, da von den Banken oft der Einwand der Verwirkung erhoben wird.)

Brauche ich einen Rechtsanwalt?
Spätestens wenn die Bank den Widerruf nicht akzeptiert, sollten Sie anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Sinnvoller dürfte es sein, vorab von einem Rechtsanwalt prüfen zu lassen, ob die Widerrufsbelehrung zu Ihrem Darlehensvertrag wirksam ist oder ein Widerruf erfolgreich erscheint.

Gesetzestext

§ 495 BGB – Widerrufsrecht (Darlehensvertrag)
(1) Dem Darlehensnehmer steht bei einem Verbraucherdarlehensvertrag ein Widerrufsrecht nach § 355 zu.

(2) Ein Widerrufsrecht besteht nicht bei Darlehensverträgen,
1.die einen Darlehensvertrag, zu dessen Kündigung der Darlehensgeber wegen Zahlungsverzugs des Darlehensnehmers berechtigt ist, durch Rückzahlungsvereinbarungen ergänzen oder ersetzen, wenn dadurch ein gerichtliches Verfahren vermieden wird und wenn der Gesamtbetrag (Artikel 247 § 3 des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuche) geringer ist als die Restschuld des ursprünglichen Vertrags,
2.die notariell zu beurkunden sind, wenn der Notar bestätigt, dass die Rechte des Darlehensnehmers aus den §§ 491a und 492 gewahrt sind, oder
3.die § 504 Abs. 2 oder § 505 entsprechen.

§ 355 BGB – Widerrufsrecht bei Verbraucherverträgen
(1) Wird einem Verbraucher durch Gesetz ein Widerrufsrecht nach dieser Vorschrift eingeräumt, so sind der Verbraucher und der Unternehmer an ihre auf den Abschluss des Vertrags gerichteten Willenserklärungen nicht mehr gebunden, wenn der Verbraucher seine Willenserklärung fristgerecht widerrufen hat. Der Widerruf erfolgt durch Erklärung gegenüber dem Unternehmer. Aus der Erklärung muss der Entschluss des Verbrauchers zum Widerruf des Vertrags eindeutig hervorgehen. Der Widerruf muss keine Begründung enthalten. Zur Fristwahrung genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs.

(2) Die Widerrufsfrist beträgt 14 Tage. Sie beginnt mit Vertragsschluss, soweit nichts anderes bestimmt ist.

(3) Im Falle des Widerrufs sind die empfangenen Leistungen unverzüglich zurückzugewähren. Bestimmt das Gesetz eine Höchstfrist für die Rückgewähr, so beginnt diese für den Unternehmer mit dem Zugang und für den Verbraucher mit der Abgabe der Widerrufserklärung. Ein Verbraucher wahrt diese Frist durch die rechtzeitige Absendung der Waren. Der Unternehmer trägt bei Widerruf die Gefahr der Rücksendung der Waren.